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Ta'if



 
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Martin




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.06.2007
Beiträge: 9
Wohnort: Nehren

BeitragVerfasst am: 17.06.2007, 23:29    Titel: Ta'if Antworten mit Zitat

Hallo hallo,

hier kommt die erste (grob-) Gliederung des Ta'if-Artikels und meine Quellen.

Beim Ausarbeiten werd ich sicherlich noch umstellen und mir werden Dinge ein- oder auffallen, die einen eigenen Unterpunkt verdienen..., aber folgende Punkte habe ich vor zu erstellen:

' 1. Einführung
' 2. Geographie
'' 2.1 Allgemeines
'' 2.2 Bedeutung innerhalb Saudi-Arabiens
'' 2.3. Ta'if und Umland
' 3. Historisches
'' 3.1. Geschichte
'' 3.2. bedeutende historische Persönlichkeiten
'' 3.3. Beschreibungen westlicher Reisender
'' 3.4. Aussagen orientalischer Autoren
'' 3.5. Entwicklungen des 20. Jahrhunderts
' 4. Leben in und um Ta'if heute
'' 4.1. Klima
'' 4.2. Infrastruktur Stadt/Innenstadt/Vororte
'' 4.3. Architektur
'' 4.4. Wirtschaft/Landwirtschaft
'' 4.5. Flora & Fauna
'' 4.6. Kultur & Sehenswürdigkeiten
''' 4.6.1. in der Stadt
''' 4.6.2. im Umland
'' 4.7.Bildung (da hab ich zwar bisher nur eine Quelle über die Uni...)
' 5. Literatur
' 6. Weblinks


Die von mir hauptsächlich verwendete Literatur wird sein:

eines der Beihefte zum TAVO, nämlich
TAIF; Entwicklung, Struktur und traditionelle Architektur einer arabischen Stadt im Umbruch von Heinz Gaube, Mohamed Scharabi und Günther Schweizer - erschienen im Ludwig Reichert Verlag , 1993 in Wiesbaden

und

TAIF; the Summer Capital of Saudi Arabia von Angelo Pesce - erschienen 1984 in Saudi-Arabien bei IMMEL Publishing
und in Italie bei Falcon Press

Weitere kleine Quellen sind nicht ausgeschlossen - evtl. werde ich irgendwas mit der EI belegen müssen, wenn ich nichts "besseres" finde;
oder aber beispielsweise meine Informationen über Ta'ifs Uni hab ich aus einer DAAD-Studie...


Soviel mal fürs erste.
Ich freue mich über Anregungen - danke, Mahmut, für das Beispiel Marburg (äusserst detaillierte Städtevorstellung)
- und bin stets offen für Kritik.


Bis bald
Martin
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Mariam




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 19.06.2007, 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin!

Deine Gliederung sieht gut aus. Freue mich auf den Artikel.

Liebe Grüße, Mariam
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Judith Wanner




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 25.05.2007
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 25.06.2007, 12:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin!
Wie wärs, wenn du noch etwas genauer auf die Tai´fer eingehst? Z.B. welche Religionsgemeinschaften gibt es, wie sieht die Analphabetenrate usw . aus?

Bis bald, LG Judith
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Martin




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.06.2007
Beiträge: 9
Wohnort: Nehren

BeitragVerfasst am: 10.09.2007, 00:45    Titel: article in process Antworten mit Zitat

Hallo Wikis !

Ich bin nicht fertig und hab jetzt für paar Tage auch keine Möglichkeit weiterzuschreiben.
Verzeiht mir, oder ignoriert's, wenn der fertige Artikel erst Fr.abend vor unserem wiki-WE zur Verfügung steht...

hier erst mal der Stand der Dinge

mfg Martin

Ta'if (arabisch: الطائف at-Tā’if, DMG aṭ-Ṭāʾif)

Einführung

Im Westen Saudi-Arabiens, in den Bergen des Hedschaz [Ḥiğāz], liegt Ta'if [Ṭāʾif], die Sommerhauptstadt ( ommerresidenz der Regierung)1 des Königreichs.
Nach muslimischer Tradition ist sie ein auf Wunsch Abrahams2 auf die arabische Halbinsel versetztes Stück Syrien, letzteres für die Araber schon immer ein Sinnbild für reiche Natur und Fruchtbarkeit3.
Duch diese natürliche Fruchtbarkeit und das durch die Höhenlage bedingte angenehme Klima gewann Ta'if als "Brotkorb" und "Sommerfrische" Mekkas [Makka] spätestens seit den ersten muslimischen Jahrhunderten einen Namen mit legendärem Nachklang4, was für ein Städtchen des damaligen Ausmasses höchst erstaunlich ist (siehe dazu 2.2.1.), beschränkte sich doch Ta'ifs Einwohnerzahl bis weit ins 20.Jh auf wenige Tausend (Philby 1918: 5000) und die Fläche der Stadt auf knapp einen viertel Quadratkilometer5 - eine Dimension, die heute die direkt neben dieser Altstadt gelegene grosse Moschee und der Regierungskomplex haben.
Mit 521.273 Einwohnern (Zensus Sept. 2004)6 und einer Fläche von 70 km² (1984 !)7 hat sich innerhalb knapp eines Jahrhunderts die Bevölkerung verhundertfacht, über die heutige Stadtfläche habe ich keine zuverlässigen Quellen gefunden.
Dieser Artikel soll die Geschichte und Entwicklung einer einzigartigen Stadt beschreiben und in angemessenem Umfang Informationen zu ihrer Gegenwart liefern.



' 1. Inhalt

' 1. Inhalt
' 2. Geographie
'' 2.1 Allgemeines
'' 2.2 das Umland
'' 2.3. Bedeutung innerhalb Saudi-Arabiens
' 3. Historisches
'' 3.1. Geschichte
''' 3.1.1. kleine Stadt mit grossem Namen – Verbundenheit mit Mekka
''' 3.1.2. Muhammad in Ta'if
''' 3.1.3. Überblick bis zum 19. Jh.
''' 3.1.4. 19. Jh. Bis ʿabd al-ʿazīz b. Saʿūd
''' 3.1.5. die beiden <Abkommen von Ta'if>
'' 3.2. bedeutende historische Persönlichkeiten
'' 3.3. Beschreibungen westlicher Reisender
''' 3.3.1. J.L. Burckhardt, 1814
''' 3.3.2. Maurice Tamisier, 1834
''' 3.3.3. Charles M. Doughty, 1878
''' 3.3.4. Harry S. Philby, 1918
''' 3.3.5. Eldon Rutter, 1928
''' 3.3.6. Auflistung der Grundaussagen
'' 3.4. Aussagen orientalischer Autoren
''' 3.4.1. Ḫairuddīn Zirkilī, 1919
''' 3.4.2. Ḥasan b. ʿAlī al-ʿUğaimī, gest. 1701 in Ta'if
''' 3.4.3. Autoren des Mittelalters
''' 3.4.4. Nāṣer-e Ḫosrou, 1051
'' 3.5. Entwicklungen des 20. Jahrhunderts
''' 3.5.1. die Stadtmauer
''' 3.5.2. Übertunnelung des Wādī Wağğ

' 4. Leben in und um Ta'if heute
'' 4.1. Klima
'' 4.2. Infrastruktur Stadt und Vororte
'' 4.3. Architektur
'' 4.4. Wirtschaft/Landwirtschaft
'' 4.5. Flora & Fauna
'' 4.6. Kultur & Sehenswürdigkeiten
''' 4.6.1. in der Stadt
''' 4.6.2. im Umland
''' 4.7.Bildung (da hab ich zwar bisher nur eine Quelle über die Uni...)
' 5. Literatur
' 6. Weblinks

' 2. Geographie

'' 2.1 Allgemeines

In der Zeitzone GTM +3 und mit den Koordinaten 21 ̊16' N , 40 ̊ 25' O (Lat. 21,275 , Long. 40,405) liegt Ta'if auf 1660 – 1710 m ü. NN, 70 km Luftlinie ostsüdöstlich von Mekka, in einer Senke des Hedschaz- Gebirges, das sich schon knapp 30 km nördlich von Ta'if öffnet und in die Wüstenflächen des arabischen Binnenlandes, im Süden in das Bergland von Asir übergeht. Im Westen der Stadt geht es nach der grossen Randtufe zu den städtischen Zentren des Hedschaz und dem Roten Meer, im Osten erstreckt sich das (rund 500 m tiefer liegende) innerarabische Hochland.
Administrativ gehört das Emirat Ta'if zur Provinz Mekka und ist mit einer Fläche von 17544 km² und knapp 700.000 Einwohnern (Zensus Sept. 2004) einer der grössten Verwaltungsdistrikte Mekkas.8


'' 2.2. Das Umland

Ta'if liegt an der Grenze von drei unterschiedlichen Naturräumen und zugleich Kulturlandschaften: nordöstlich das Binnenland, nordwestlich die Passregion von al-Hadda und südöstlich die Bergregion von Asir. Davon hat das letztere die höchste Bevölkerungsdichte, da die aus der Höhenlage resultierenden ergiebigeren Niederschlagswerte eine auf Terrassenfeldbau gegründete Lanwirtschaft vereinfachen.9 Die ausserstädtische Bevölkerung des Emirats konzentriert sich auf den Süden und Südosten, verteilt sich ansonsten auf vereinzelte Bergtäler mit Wasservorkommen im Norden und Nordwesten und kleine Oasen im Osten, deren Basis das Grundwasservorkommen der grossen, nach Osten ziehenden Wadi [Wādī] -Systeme ist.
Im Umkreis von 15 km zählt Ziriklī 1919 72 Dörfer und Fluren (arab.: mazāriʿ) auf10, von denen Gaube 1979 noch 44 fand.11
Aktuelle zuverlässige Quellen habe ich keine gefunden.


'' 2.3. Bedeutung innerhalb Saudi-Arabiens

Seit Alters her ist Ta'if das Tor von und nach Mekka für Pilger und Händler aus Mesopotamien, dem Nadschd [Nağd] im Osten und dem Yemen im Süden12, wie auch die Trasse eines Zweiges der Weihrauchstrasse, in der Verbindung Südarabien – Syrien (und weiter).13
Auch heute ist hier ein wichtiger Knotenpunkt des nationalen Verkehrssystems: es kreuzen sich in Ta'if die Strecken Dschidda [Ǧiddah] -Ta'if und Riad [Riyāḍ] -Ta'if, als Abschnitte der Trans-Arabischen Autobahn, die die Küste des Roten Meeres mit der Golfküste verbindet, sowie die Strecken Abha [ʿAbhā] -Ta'if und Mekka-Ta'if.
Dank ihres Klimas wird Ta'if für mehrere Monate im Jahr zur Hauptstadt des Königreichs und Residenz des Königshauses, wenn im Sommer nicht nur reiche Bürger, sondern auch die Regierung ihren Sitz von Riad oder Dschidda nach Ta'if verlegt.14
Dies und der - in gleicher Weise klimabedingte - touristische Einzugsbereich, der heute die gesamte arabische Welt mit einschliesst, erklärt, wie Ta'if mit den ersten Städten des Landes Schritt halten konnte und zu einer der grössten Städte des Landes heranwuchs15


' 3. Historisches

'' 3.1. Geschichte

Ta'if zählt zu den ältesten Städten des Hedschaz, doch fehlen uns die Quellen, die eine empirische Festlegung auf eine bestimmte Epoche ermöglichen würden.
Einige frühe arabische Historiker datieren ihre Gründung in vor-sintflutliche Zeiten16, andere erwähnen sie einfach als vorislamische Stadt.17 Meist finden dabei die Banu Ṭaqīf Erwähnung, ein sesshaft gewordener Beduinenstamm.18
Jedenfalls ist davon auszugehen, dass die landwirtschaftlichen Gunsträume der Gegend von Ta'if schon sehr früh besiedelt wurden, auch wenn sich dafür vor Ort keine sichtbaren Hinweise erhalten haben. In diesem Zusammenhang muss man erwähnen, dass die archäologische Forschung, bis vor kurzem, für Saudi Arabien ein weitestgehend unbekanntes Terrain war19 und so bleibt zu hoffen, dass nach zukünftigen Aktivitäten in dieser Richtung, auch weiter Erkenntnisse hinsichtlich des Alters der Stadt gewonnen werden können.

''' 3.1.1. kleine Stadt mit grossem Namen – Verbundenheit mit Mekka

Auch wenn Ta'if heute zu den grösten Städten Saudi-Arabiens gehört, war ihre Bedeutung in der Geschichte wohl nie sonderlich beeindruckend. Natürlich war sie - insbesondere für Mekka – bedeutend, hinsichtlich der Versorgung mit landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten, ausserdem als Erholungsort, doch kann im fühen 13. Jh. Der Gelehrte Jaqut [Yāqūt] zu Recht schreiben: "Trotz ihres grossen Namens ist Ta'if eine kleine Stadt".20
Zwar war auch Ta'if einer der Schauplätze der heroischen Periode des frühen Islam21 und brachte einige Schlüsselfiguren22, wie <Ziy>hervor23, doch da der Islam hier zu keiner "Dauerkonjunktur" wie in Mekka oder Medina [Madīna] führte, erlangte sie auch keine bleibende Bedeutung – insbesondere keine religiöse.
Den trotzdem "grossen Namen", mit z.T. Fast legendenhafter Verklärung, verdankt Ta'if der schon vorislamischen engen Verknüpfung mit Mekka, deren wohlhabende Händler und Bürger der Oberschicht Sommerhäuser und Gärten in Ta'if, oder zumindest in einem der umliegenden Dörfer und Täler besassen24. So erfüllten sie ihre Sehnsucht nach der in Mekka fehlenden grünen Frische und Lieblichkeit und festigten ihre Verbindung zu Ta'if durch Familienbande, indem sie ihre Söhne oder Töchter mit den Ṭaqīf verheirateten.25
Dem weitaus grösseren Teil der Mekkaner, die sich dort keinen Besitz leisten konnten, wurde Ta'if zum Objekt ihrer unerfüllbaren Wünsche, und in Erzählungen fern der Heimat – bspw. auf Eroberungszügen, als Händler oder islamische Verwaltungsbeamte – stellten sich die Verhältnisse idealisiert dar: Mekka wurde grösser, Ta'if grüner und kühler, der kleine Hedschaz mit seinen kleinen Städtchen wurde in syrische oder iranische Dimensionen vergrössert und umglänzt gesehen26, wodurch sich die Bekanntheit und der Ruhm Ta'ifs in der damaligen arabischen Welt erklären lässt.27
Ein Ausspruch des ersten Umayyadenkalifen Muawiya [Muˁāwiya] verknüpft den hohen Stellenwert Ta'ifs mit der engen Verbindung zu Mekka: das Ideal eines glücklichen Lebens sei es, "den Sommer in Ta'if, den Winter in Mekka und den Frühling in Dschidda zu verbringen"28.
Die Verknüpfung stellt allerdings auch schon der Koran [Qurʾān] deutlich hervor, wenn er wie z.B. In Sure XLIII, 31 von Mekka und Ta'if im Dual ("al Qariyyatain") spricht, was hier ein deutlicher Ausdruck für die enge bilaterale Beziehung bzw. Zusammengehörigkeit ist. Eine Zusammengehörigkeit, die sich auch auf administrativer Ebene bis heute duch die Geschichte fortgesetzt hat: wer über Mekka herrschte, hatte auch in Ta'if das Sagen.


''' 3.1.2. Muhammad in Ta'if

Trotz der engen Bindungen zwischen den Mekkanern und den Banu Ṭaqīf von Ta'if29 herrschte zwischen ihnen nicht selten Feindschaft30, vielleicht eine Erklärung dafür, dass sich der Prophet, als er in der frühen Zeit seines Wirkens in Mekka auf Widerstand und Anfeindung gestossen war, an die Ṭaqīf um Hilfe gegen seinen eigenen Stamm gewand hatte. Nach einem freundlichen Empfang wird er jedoch mit Steinen aus der Stadt vertrieben und kann nur unter Lebensgefahr flüchten. Erst in einem Garten des Wādī Maṯnā findet er Ruhe und ein christlicher Sklave bringt ihm aus Mitleid einige Weintrauben. Dieser wird nach einem kurzen Gespräch mit Muhammad der erste Muslim Ta'ifs31 und eine kleine Moschee, die Masğid al-ʿAddās, die in al-Maṯnā an eben jener Stelle der Bekehrung erbaut worden sein soll, trägt noch heute seinen Namen.32
Elf Jahre später, nach der Schlacht von Hunayn (630 n.u.Z. / 8 H.) kommt Muhammad als Belagerer nach Ta'if zurück, scheitert aberan der Standhaftigkeit der Stadtmauer und muss dieses Vorhaben, nach dem Tod einiger seiner Streiter aufgeben.33 Ihre Grabstätten sind auf dem kleinen Friedhof im Norden der al-ʿAbbāsi-Moschee34 zu sehen.
Ein weiteres Jahr später allerdings, nahmen die Banu Ṭaqīf den Islam an und übergaben die Stadt an Muhammad nach Verhandlungen35, in denen es zum grossen Teil darum ging, wie lange die Ṭaqīf ihre pagane Göttin al-Lāt noch behalten dürften. Der Prophet blieb hart und bestand auf die sofortige Zerstörung des Idols durch einen seiner Gefährten, der auch das Gold, die Perlen und Juwelen, die es zierten mit sich nahm.36


''' 3.1.3. Überblick bis zum 19. Jh.

Wärend sich Ta'if trotz Verlagerung der Hauptstadt des islamischen Reiches nach Damaskus einer guten Verbindung zu den Grössen der Umayyadenzeit erfreuen konnte (einige der Kalifen hatten Besitz in und um die Stadt)37, war genau diese Verbindung den Abbasidenherrschern wohl ein Ärgernis38, und spätestens mit der Verlagerung des Machtzentrums des Reiches unter dem Kalifen al-Manṣūr in den heutigen Irak verlor der Hedschaz und mit im Ta'if an Bedeutung.
969 fiel der Hedschaz von den Abbasiden ab und jahrhundertelang sollte hier nun herrschen, wer auch die Macht in Ägypten innehatte: ab 969 die Fatimiden, ab 1171 die Aiyubiden, ab 1250 die Mamluken und ab 1516 die Osmanen.
Für Ta'if bedeutender, als diese – meist formale – Oberherrschaft war die lokale Gewalt, die in der Regel in den Händen der Scharifen von Mekka39, oder ihrer Beauftragten in Ta'if lag.
Die meist aus dem Irak stammenden nachumayyadischen Quellen40 liefern uns so wenig Erwähnenswertes, dass man sagen kann, Ta'if sei ein gutes Jahrtausend aus dem Schlaglicht der Geschichte verschwunden.


''' 3.1.4. 19. Jh. Bis ʿAbd al-ʿAzīz b. Saʿūd

Auch wenn die Osmanen im 18. Jh , angesichts der drohenden Gefahr durch die, von der Familie Saʿūd unterstützten Wahhabiten, in Ta'if eine Garnision unter dem Kommando türkischer Offiziere eingerichtet hatten, liess sich nicht verhindern, dass die Stadt 1802 in die Hände der zentrlarabischen Streiter fiel. Als Reaktion auf auch noch den Verlust der heiligen Stadt Mekka im folgenden Jahr, entsandten die Osmanen ihren ägyptischen Vizekönig Muḥammad ʿAlī41, der mit seinem Heer 1813 Ta'if zurückerobern konnte und sein Hauptquartier in der Zitadelle einrichtete, wo er dann 1814 den Schweizer Burckhardt42 empfing
Die sich bald verändernde internationale Situation mit verstärkter britischer Präsenz im Roten Meer, der Bau des Suezkanals und der Hedschaz-Bahn und das Erstarken der Wahhabiten sind Entwicklungen der folgenden Jahre, die teilweise starke Auswirkungen auf die Weichenstellung für die Gegenwart hatten.
Im Rahmen der <Arabischen>, unter Führung des Scharifen von Mekka, der sich 1916 zum König des Hedschaz ausrufen liess und half, die Osmanen aus Grossyrien zu vertreiben43, eroberten scharifische Truppen Ta'if im September 1916, nach mehr als dreimonatiger Anstrengung.
Das Königtum und spätere Kalifat des Scharifen währte aber nicht lange, da die wieder konsolidierten Wahhabiten ab 1922 im Hedschaz einfielen und ab 1925 komplett unter Kontrolle hatten.44
Die ʿIḫwān konnten Ta'if im September 1924 ohne Gegenwehr einnehmen, da die scharifischen Truppen schon einige Tage zuvor geflohen waren.45
Was letztendlich zu den brutalen Ausschreitungen gegen die Bevölkerung geführt hat, bei denen 300 Menschen ums Leben gekommen sein sollen46, wird wohl unklar bleiben.47
Seitdem jedenfalls weht in Ta'if die grüne Flagge mit dem islamischen Glaubensbekenntnis und dem Schwert, seitdem untersteht die Stadt der <Dynastie>.


''' 3.1.5. die beiden <Abkommen von Ta'if>

Nachdem Ta'if 1934 in dem kurzen Krieg zwischen Saudi-Arabien und dem Yemen militärische Operationsbasis war, wurde die Stadt auch zum Verhandlungsort für den Friedensvertrag im selben Jahr.
1989 wurden hier auf Initiative der <Arabischen> die Verhandlungen für einen Frieden im Libanon geführt.


'' 3.2. bedeutende historische Persönlichkeiten

Ziriklī hat dazu eine Liste erstellt, die seit dem unter 3.1.1. erwähnten Ziyād 38 Personen umfasst.48


'' 3.3. Beschreibungen westlicher Reisender

Die oben erwähnte britische Präsenz in der Region mag einen Anteil dazu beigetragen haben, dass Europäer in den Hedschaz kamen.
Von diesen sind Beschreibungen der Stadt und Region Ta'ifs auf uns gekommen, deren Informationen uns helfen, ein besseres Bild von ihrem Zustand im 19. und frühen 20. Jh. zu bekommen. Im Folgenden werden die Autoren deshalb teilweise sehr ausführlich zitiert49 und kommentiert, unter 3.3.6. folgt eine Art Kurzzusammenfassung.


''' 3.3.1. J.L. Burckhardt, 1814

„Die Stadt Tayf liegt in der Mitte einer Sandebene, die etwa vier Stunden Umfang hat, mit Shombs überwachsen und von niedrigen Bergen, Djebel Gazan genannt, umgeben ist. .. .(Sie) ist ein unregelmäßiges Viereck, in 35 Minuten zu umgehen, von einer Mauer und einem Graben umschlossen, welche neuerlich von Othman el-Medhayfe erbaut wurden. Die Mauer hat drei Tore und wird von einigen Türmen verteidigt; doch ist sie viel weniger fest als die Mauern von Djidda, Medina und Yembo, indem sie an einigen Stellen nicht mehr als 18 Zoll dick ist. An der Westseite, innerhalb der Stadt und einen Teil ihrer Mauer bildend, befindet sich auf einer erhobenen felsigen Stelle das Schloß. Es ist vom Scherif Ghaleb erbaut und hat keinen anderen Anspruch auf den Namen eines Schlosses, ausgenommen, daß es größer ist, als die übrigen Gebäude der Stadt und daß seine Mauern stärker sind. Die Häuser in der Stadt sind meistenteils klein, aber gut gebaut; die Wohnstuben sind in dem oberen Stockwerk, wenigstens sah ich keine Säle im Erdgeschoß, wie es in der Türkei gewöhnlich ist. Die Straßen sind breiter, als in den meisten östlichen Städten. Der einzige öffentliche Platz ist in der Front des Schlosses, ein großer offener Raum, der zum Marktplatz dient. ... Ich sah zwei kleine Moscheen; die bessere ist die der Henud oder Inder. Das Grabmal El Abbas, welches eine gute Kuppel hatte und oft von Pilgrimmen besucht wurde, ist von den Wachabiten gänzlich zerstört worden. Vier oder fünf Gebäude ausgenommen, die jetzt von den vornehmsten Offizieren des Paschas bewohnt sind, sah ich keines von mehr als gewöhnlicher Beschaffenheit.
Tayf wird von zwei reichlichen Brunnen mit Wasser versehen, der eine ist innerhalb der Mauer, und der andere vor einem der Tore. ... In Tayf gibt es, wie ich glaube, keine Großhändler, ich zählte in allem etwa 50 Kramläden.50


''' 3.3.2. Maurice Tamisier, 1834

Ausführlicher als Burckhardt beschreibt Tamisier51 die Stadt: Sie liegt in einer sandigen Ebene, welche die Form eines von Bergen umschlossenen Hufeisens hat. Zur Zeit seines Besuchs (1834) war die Mauer in gutem Zustand, erst kürzlich repariert, hatte einen Umfang von 3657 Schritten, war 20 Fuß über dem Grund des Grabens hoch, unten aus Stein und oben aus Lehmziegeln. Sie war stärker als man es ihr ansah. Eine Kanonenkugel konnte ihr nichts anhaben. Der Graben war 10 Fuß breit und 8 Fuß tief, nicht mit Wasser gefüllt und vor den Toren und auf felsigem Untergrund unterbrochen. Dort hatte man zur Verteidigung zusätzliche Steintürme außerhalb der Mauer errichtet. In derselben Weise wie die Mauer waren auch alle Türme gebaut, von denen er neun zylindrische, vierzehn hufeisenförmige, einen hexagonalen und einen halbkreisförmigen zählte. Drei Tore führten durch die Mauer in die Stadt. Im Nordosten lag das durch zwei Türme befestigte Mekka-Tor (Bāb al-Makka, andere Namen: Bāb as-Sail, Bāb aš-Šarīf). Im Südwesten lag das niedrige, von einem Reiter kaum passierbare und durch einen Turm befestigte Salāma-Tor (Bāb as-Salāma), und im Südsüdwesten fand sich das durch nichts irgendwie bemerkenswerte Ibn ʿAbbās-Tor (Bāb Ihn ʿAbbās). Vor dem 19. Jh. soll sich noch ein viertes Tor, Bāb at-Tarab, in der Mauer befunden haben. Mit der Mauer behandelt M. Tamisier auch drei befestigte Anlagen: „le Chateau“, „un petit fort“ und „une forteresse carree“. Ersteres ist die von Burckhardt erwähnte Zitadelle, auf Granitfels gebaut, die Mauern aus Stein und einen Teil der Westmauer bildetend, also eine „klassische“ Zitadellenlage. Die Zitadelle diente als Kaserne, Lebensmittel- und Pulverlager; im Kriegsfall residierte der Gouverneur darin. Das zweite befestigte Bauwerk lag im Norden. Auch dieses Gebäude besass Steinmauern, während die dritte Anlage sich links ( = Nord) innerhalb des Bāb as-Salāma befand, aus Lehmziegeln errichtet war und mit der Zitadelle einen Komplex bildete. Von den Häusern der Stadt waren beide Bauten durch eine Mauer getrennt, die am Bāb as-Salāma begann und nach Norden lief. Danach wendet sich Tamisier der al-ʿAbbāsī-Moschee zu, deren teilweise Zerstörung und die Zerstörung anderer alter Gebäude durch die Wahhabiten er beklagt. Die Moschee lag neben dem Ibn ʿAbbās-Tor, ihre Kuppeln waren den Wahhäbiten zum Opfer gefallen, und sie maß 100 Schritte in der Länge und 60 Schritte in der Breite. In der Fassade befand sich das Portal. In der ihr gegenüber liegenden Wand sah er fünf eisenvergitterte Fenster, in der linken Wand (Qibla?) elf solcher Fenster und in der rechten Wand sechs. Innen, unter dem Dach, umlief die Moschee eine von Säulen getragene Galerie. Der Minarettschaft besaß oktogonale Form, sein Oberteil lief rund aus. Die Außenwand der Moschee im Südwesten war Teil der Stadtmauer und durch einen Turm bewehrt. Zur Stadt hin erstreckte sich vor der Moschee ein Platz unregelmäßiger Form. Neben der Moschee lag das Mausoleum des Ibn ʿAbbās, dessen Kuppel die Wahhabiten offenbar verschont hatten. Tamisier hebt seine reiche Verzierung und die durch Pilaster geschmückten Wände hervor. Zwei weitere große und fünf kleine Mausoleen befanden sich in der Nähe von Moschee und Mausoleum des Ibn ʿAbbās. Weiter nennt er an religiösen Gebäuden eine kleine Moschee Laadi (sicher die al-Hādī-Moschee52) und zwei Zāwiyas. Der Suq dient als Markt für die Bauern und Nomaden der Umgebung, und selten brachte eine Karawane fremde Güter aus Mekka oder Dschidda. Die meisten Verkäufer boten ihre Güter unter freiem Himmel an, nur durch Matten gegen Sonne und Regen geschützt. Neben diesen, die Bezeichnung Marktstände kaum verdienenden Verkaufsplätzen existierten einige schäbige Läden und Kaffeehäuser in der Stadt. Bemerkungen zum Wohnhaus und zur Wasser -Ver- und -Entsorgung schließen die Beschreibung der inneren Stadt bei Tamisier ab. Die Häuser bezeichnet er als klein und wenig elegant, nur zwei Geschosse hoch und gut unterhalten. Ein sehr schönes altes Haus, das alle übrigen Häuser wie ein Denkmal aus besseren Zeiten an Kunstfertigkeit der Bauausführung und Eleganz überragte, lag an dem Platz vor der Moschee des Ibn ʿAbbās. Die Straßen erschienen ihm relativ breit und sauber. Trinkwasser bezogen die Bewohner Taifs aus einem Brunnennen intra muros und aus zwei Brunnen extra muros nahe dem Bāb Ibn ʿAbbās.


''' 3.3.3. Charles M. Doughty, 1878

Im Juli 1878 verbrachte Doughty vier Tag in Taif. Er berichtet hauptsächlich über Gespräche, die er dabei mit dem Scharifen Ḥusain und türkischen Militärs geführt hat, nur wenig über die Stadt: „Das Tor, durch das wir hineinritten, hieß Bāb es-Seyl, und gleich dahinter liegt der freie Platz mit dem bescheidenen Palast des Scharifs. Die Straßen sind einfach gebaut und die besseren Häuser verputzt, doch macht die Stadt, die nur in den Sommermonaten bewohnt wird, einen verfallenen Eindruck.“ 53
Weiter können wir seinem Bericht entnehmen, daß sich am Marktplatz ein Kaffeehaus befand54, und dass der Marktplatz „gleichsam wie ein Jahrmarkt von offenen Läden und Buden umgeben“ war.55 Weiter besichtigte Doughty Steine, die als Idole der al-fUzzā (am kleinen Fleischermarkt), des al-Hubāl (ebenfalls innerhalb der Stadtmauer) und der Allāt (außerhalb der Stadtmauer im Süden) ausgegeben wurden.56 Auf dem Weg zum Idol der Allāt passierte er die Ibn ʿAbbāsī-Moschee: „Das alte, weiße Gebäude, das zwei Kuppeln hat, ist voller edler Harmonie. Ein Teil der Mauern wurde kürzlich erneuert.57 Die Stadtmauer war zu seiner Zeit in einem schlechten Zustand.58


''' 3.3.4. Harry S. Philby, 1918

Wieder etwa 40 Jahre später besuchte Philby59 Taif. Er betrat die Stadt um Weihnachten „by a gap in the broken wall hard by the barracks“.60 Als allgemeine Beschreibung der Stadt gibt er an: "Die Stadt hat quadratische Form, jede Seite mißt ca. 300 Yards. Einst war sie von einer Mauer aus Stein und Lehm umgeben, deren Ruinen in fremdartigem Kontrast zu den schönen und nicht selten großzügigen und prunkvollen Häusern in ihr stehen. Im Zentralteil der Stadt befindet sich der Suq, der weitaus größer ist als die einheimische Bevölkerung ihn benötigen würde. Er ist auf das Sommergeschäft, wenn viele Menschen aus den wärmeren, tiefergelegenen Städten nach Taif kommen, ausgelegt. System und Symmetrie sind in diesem Suq nicht zu entdecken. Der zentrale Platz hat unregelmäßige Form. An seinem einen Ende liegen die al-Hādī-Moschee und die bescheidenen Verwaltungsgebäude sowie das Gericht. Südlich und östlich des Platzes erstrecken sich die Wohngebiete der ärmeren Bevölkerung, nördlich und westlich von ihm sieht man die großzügigen Häuser der Reichen. In der Südwestecke der ummauerten Stadt liegt ein aufgelassener Friedhof. Ein neuer Friedhof ist um das Mausoleum des Ibn ʿAbbās außerhalb der Mauern entstanden. Die Zitadelle liegt im Westen auf einer natürlichen Erhebung. Sie ist fest gebaut und von quadratischer Form mit abgerundeten Ecken, Schießscharten sind in ihrer Außenmauer zu sehen. Die drei alten Tore sind noch fragmentarisch erhalten. Das Bāb as-Sail im Norden führt auf die Hauptstraße nach Norden. Durch das Bāb ar-Rīʿ (im Westen) verläßt die direkte Straße nach Mekka die Stadt, und das Bāb Ibn ʿAbbās öffnet sich nach Süden zu der Moschee des Lokalheiligen hin. Nahe dem Bāb as-Sail finden sich die Ruinen der durch die Türken vor ihrem Rückzug aus dem Hedschaz zerstörten Residenz der Scherifen, und im Nordwesten lagen die durch die Anhänger und Verbündeten des Scharifen zerstörten türkischen Kasernen."61
An anderer Stelle schreibt Philby: „Wir erreichten (von der Innenstadt kommend) einen ausgedehnten dreieckigen Platz, den Karawanenrastplatz oder Baraha (der oben erwähnte zentrale Platz). Ich sah den niedrigen quadratischen Kasernenkomplex links, welcher die Basis des Dreieckes bildet. An seiner Spitze zu unserer Rechten, oder im Osten, stand eine Moschee (die al-Hādī-Moschee) ... an jeder ihrer beiden Seiten verlief eine breite Straße, welche zu einem Labyrinth von durch Läden gesäumten Gassen, den Suq, führte. Um die Baraha, mit den Fassaden zu ihr weisend, standen einige gut gebaute zweigeschossige Häuser, die meisten von ihnen mit weißem Gips verputzt."62
Über die ʿAbbāsī-Moschee schreibt er an nochmals anderer Stelle: „die Moschee steht direkt außerhalb des Südtores. Sie ist ein schönes Gebäude mit verputzten Steinkolonnaden, welche sich zu einem Innenhof öffnen, in dessen Mitte zwei wohlproportionierte Kuppeln aufsteigen. Die eine von ihnen erhebt sich über dem Grab des ʿAbdullāh b. ʿAbbās, Schutzpatron der Taifer, die andere über den Gräbern zweier Söhne des Propheten, ʿAbdallāh aṭ-Ṭaiyib at-Tāhir und Muḥammad al-Ḥanafī. Über einer Ecke des Gebäudes steigt ein schlankes Minarett auf ... Der Haupteingang der Moschee ist auf der Südseite von einem einfach dekorierten Bogen überspannt mit einer Tür in seiner Mitte."63


''' 3.3.5. Eldon Rutter, 1928

Wenige Jahre nach Philby, jedoch unter gänzlich anderen Umständen, denn die Wahhabiten hatten inzwischen Ta'if eingenommen, geplündert, gemordet und zerstört und das wirtschaftliche Leben in der Stadt vorerst zum Erliegen gebracht, besuchte E. Rutter 1928 die Stadt. Sein Ta'if gewidmetes Kapitel64 enthält kaum neue Informationen. Neben der Schilderung des Elends, das damals in der Stadt herrschte, die eines Großteiles ihrer Bevölkerung entblößt war, erwähnt er, daß die Mauer wieder aufgebaut worden war65, nennt die drei Tore und ihre Namen66, gibt einen sehr falschen Stadtplan67 und beschreibt die al-ʿAbbāsī-Moschee: ein schönes Gebäude, „built in the form of an open court, surrounded on all sides by cloisters. Two domes which formerly surmounted the tomb-chamber of Abdulla bin Abbas and one of the Prophets infant children, had been demolished by the Wahhabis".68


''' 3.3.6. Auflistung der Grundaussagen

Hier nun eine kurze Liste dessen, was den Besuchern Ta'ifs zwischen 1814 und 1918 bemerkenswert erschien69:
- Lage der Stadt in einer von Bergen umschlossenen Ebene,
- fast quadratische Form,
- Zitadelle und weitere befestigte bzw. militärische Bauten, wie Kasernen,
- Mauer mit Türmen aus Lehmziegeln über Stein,
- drei, früher vier Tore,
- Stadtgraben,
- breite Straßen,
- Marktplatz im Norden,
- ein oder zwei weitere Plätze ähnlicher Funktion,
- Kaffeehäuser am Marktplatz,
- kein, bzw. fast kein Suq bis ins 19. Jh.,
- ein großer Suq südlich der al-Hädl-Moschee 1918,
- drei Moscheen,
- Friedhof, bzw. Friedhöfe,
- anfangs kleine, später auch große und gut erhaltene Häuser,
- reiche und arme Wohnviertel.


'' 3.4. Aussagen orientalischer Autoren

Auch wenn der Schwerpunkt dieses Artikels auf der Vergangenheit liegt, sprengt es den Rahmen,
dieses Kapitel genauso ausführlich zu behandeln, wie das letzte.


''' 3.4.1. Ḫairuddīn Zirkilī, 1919

Zwar behandelt Ziriklī die Geschichte und Geographie Ta'ifs ausführlich70, liefert uns aber wenige neuen Informationen. Diese beschränken sich darauf, dass er die Zitadelle auf etwa 100 Jahre alt schätzt, die Grösse des Kasernenkompexes mit 300 x 250 m, eingeschossig angibt, berichtet, dass die Stadt in drei Ḥāra (Stadtviertel) gegliedert ist und deren Sozialprestige und Grösse angibt.71


''' 3.4.2. Ḥasan b. ʿAlī al-ʿUğaimī, gest. 1701 in Ta'if

Dieser erste hier erwähnte Autor, der vor dem 19. Jh geschrieben hat, ist auch der einzige unter ihnen, der Ta'if ein eigenes Büchlein72 gewidmet hat.
Dieses Werk befasst sich erst ausführlich religiösen Stätten, also neben Moscheen auch mit Gräbern und ihren Inschriften, Höhlen und Bäumen.73 Dann beschäftigt er sich mit wahrscheinlich ziemlich wahllos herausgegriffenen74 Döfern und Plätzen um Ta'if.75
Da die meisten der 13 Moscheen ohne Ortsangabe - oder uns schon bekannt - sind, beschränken sich die für uns relevante Informationen auf deskriptive Angaben zur al-ʿAbbāsī-Moschee76 und das Baujahr der heute in Ta'if zweitwichtigsten al-Hādī-Moschee: 1680.77


''' 3.4.3. Autoren des Mittelalters

belegen →Sei es al-Iṣṭaḫrī, Ibn Ḥauqal (beide 2. Hälfte 10. Jh.), al-Hamdānī (vor 945), Ibn al-Faqīh (um 905), oder auch Yāqūt78 (bis 1229) - alle haben ein Grundrepertoire an Informationen, die uns nicht weiterhelfen.79 Zusammengefasst finden wir sie in einem späteren geographischen Werk des 15. Jh., dessen Autor nie in Ta'if war, bei al-Ḥimayrī.80


''' 3.4.4. Nāṣer-e Ḫosrou, 1051

Hätten wir nicht noch diese weitere Quelle, die uns mehr informiert als alle bisher behandelten, wäre es unmöglich, das aus den Werken der europäsichen Reisenden und Ziriklī erarbeitete Bild der Stadt auch nur etwas mit historischer Tiefe zu versehen. Diese Quelle ist die auf Persisch geschriebene Reisebeschreibung Safarname des ostiranischen Gelehrten und Dichters Nāṣer-e Ḫosrou, der Taif im Frühsommer 1051 besucht hat. Er schreibt: „Taif liegt nahe der höchsten Erhebung eines Gebirges. Im Monat Hordād (Mai/Juni) war es noch so kühl, daß wir uns in die Sonne setzen mussten. ... Taif ist eine kleine Stadt. Es hat eine fest gebaute Zitadelle. Sein Bazar und seine Freitagsmoschee sind klein. Es findet sich fließendes Wasser. Viele Granatapfel- und Feigenbäume wachsen hier. Die Grabstätte des rAbdallāh b. rAbbās befindet sich dort in der Nähe der ummauerten Stadt, wo die Kalifen von Bagdad eine große Moschee haben bauen lassen. Rechts von Mihrāb und Minbar liegt das Grabmal in einer Ecke der Moschee. Dort (d. h. um die Moschee) haben Leute Häuser gebaut und sich niedergelassen."81


'' 3.5. Entwicklungen des 20. Jahrhunderts

''' 3.5.1. die Stadtmauer

Bis 192482 erfüllte die Mauer den Zweck, zu dem sie erbaut wurde, der gleichzeitig ein wichtiges Argument für die Existenz und das Bestehen Ta'ifs war und weshalb die Mauer immer wieder repariert und teilweise auch erweitert wurde: Schutz vor Angriffen.
Durch die veränderte Sicherheitslage als Teil Saudi-Arabiens, Wandel militärischer Techniken und die explodierenden Bevölkerungszahlen wurde die Mauer mehr und mehr überflüssig und lästig.83
So kam es, dass sie erst nicht mehr repariert und 1947 endgültig niedergerissen wurde.


''' 3.5.2. Übertunnelung des Wādī Wağğ

Wenn Gaube84 vehement abstreitet, dass - wie Yaqūt85 schreibt - ein Wadi durch die Stadt fliesse, so mag er damit vielleicht für das alte Ta'if nicht ganz falsch liegen, durch das heutige Stadtgebiet fliesst Wādī Wağğ mitten hindurch.
Im Altertum Lebenslinie und Hauptwasserquelle der Stadt, barg ein lange Zeit des Jahres trockenliegendes, als Weg, Parkplatz und Handelplatz benutztes Flussbett doch so viele Gefahren, dass die Saudische Regierung eine Kanalisierung beschloss. Der unterirdische Tunnel ist 5.775 m lang, 10 m breit und 3 m hoch.86
Ohne ihn wäre das heutige Ta'if zur Regenzeit geteilt, der Verkehr stark behindert und Teile der Stadt regelmässig der Gefahr von Sturzbächen und Überflutung ausgesetzt.
Nun verbirgt die breiteste Strasse der Stadt den Wadi und wertvolle Fläche wurde gewonnen.87





' 4. Leben in und um Ta'if heute
'' 4.1. Klima
link Klimatabelle: http://de.allmetsat.com/klima/saudi-arabien.php?code=41036
link aktueller Wetterbericht: http://de.allmetsat.com/metar-taf/saudi-arabien.php?icao=OETF
'' 4.2. Infrastruktur Stadt und Vororte
Sonderstellung als Sommerhauptstadt (auf doppelte Einwohnerzahl ausgelegt)
Strassen, Flughafen, Staudämme (seit frühislamischer Zeit)
'' 4.3. Architektur
Gaube, S. 51-63
'' 4.4. Wirtschaft/Landwirtschaft
Liste Ziriklī, S. 124-128; Pesce, S.11-15
'' 4.5. Flora & Fauna
Pesce, S. 9 f..
'' 4.6. Kultur & Sehenswürdigkeiten
''' 4.6.1. in der Stadt
s.o.
''' 4.6.2. im Umland
König-Fahad-Park, al-Rudaf-Park, Zoo
''' 4.7.Bildung (da hab ich zwar bisher nur eine Quelle über die Uni...)
- College of Education
- College of Sciences
- College of Medicine
Studierendenzahl:
6.364 (davon 38 % Frauen);
ausserdem Pesce, S. 110
' 5. Literatur
aus Anmerkungen holen
' 6. Weblinks
Visaantrag S.-A.: http://www.visaexpress.de/antraege/pdf/saudi_arabien.pdf
InterConti Ta'if: http://www.ichotelsgroup.com/h/d/ic/1/en/hotel/tifha?&sitrackingid=8375433&siclientid=1911&cm_mmc=Yahoo-PS-IC-_-Y+BN-EMEA-_-Taif-_-hotel+taif%7C-% 7C100000000000000401376&yahoomatchtype=std
link Hotel Le Méridien Al Hada: http://www.starwoodhotels.com/lemeridien/property/overview/index.html?propertyID=1886
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Martin




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.06.2007
Beiträge: 9
Wohnort: Nehren

BeitragVerfasst am: 10.09.2007, 00:46    Titel: Antworten mit Zitat

Mist, die Fussnoten sind nicht mit und wollen auch nicht...

hm Böse
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Alexander Jost





Anmeldungsdatum: 11.05.2007
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 10.09.2007, 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

zunächst einmal meine Anerkennung für Deine so sorgfältigen Recherchen, vor allem im historischen Bereich, die Seite wird mit Sicherheit ein großer Gewinn für die Wikipedia werden! Vielen Dank auch, dass Du das Safarname ansprichst, das wird mir sicherlich auch manch einen Besucher mehr auf meiner Seite bescheren Smilie

Hier nun zu meinen Kritikpunkten und Anregungen:

1.) Ich finde viele Formulierungen Deines Artikels nicht ganz der Wikipedia-Form entsprechend. Ich denke es ist beispielsweise überflüssig, Dinge zu schreiben wie "über [...] habe ich keine zuverlässigen Quellen gefunden", wenn es etwas wesentliches ist kann man da so ein extra Wiki-Fenster reinmachen, damit es jemand anderes hinzufügt, wenn nicht, würde ich es weglassen, weil es den Lesefluss bremst. Ebenso würde ich Sätze, die deine Vorgehensweise beschreiben oder auf andere Teile des Artikels verweisen weglassen. Wikipedia-Artikel werden regelmäßig geändert, korrigiert, erweitert, da empfiehlt sich das nicht.

2.) Genauso würde ich Dinge entfernen, die dem Artikel den Charakter eines wissenschaftlichen Diskurses verleihen, vor allem bei der Übertunnelung: "Wenn Gaube(84) vehement abstreitet, dass - wie Yaqut85 schreibt - ..." den Wikipedia-Leser interessiert nicht, wer was dazu schreibt, vor allem dann nicht, wenn es um so eine extrem pragmatische Sache geht. Im historischen Teil ist das freilich etwas anderes. Allgemein würde ich auch nicht ganz so mit Fußnoten um mich werfen, sondern sie nur da einbauen, wo sie wirklich relevant sind. Aber das ist vielleicht auch Geschmacksache.

3.) Vielleicht wäre es schöner, wenn man versuchen würde, das Kapitel 3.3.6 ein bisschen auszuformulieren, solche Auflistungen von Spiegelstrichen sind nicht usus bei Wikipedia.

4.) "Jemen" schreibt man auf Deutsch, glaube ich, mit "J" :Winken

5.) Jetzt zu den Anregungen: Hab mich mal auf anderen Wiki-Seiten umgesehen, die Städte behandeln, da sind noch so einige Sachen, die man vielleicht bringen könnte, z.B. Städtepartnerschaften, Söhne und Töchter der Stadt, Sport...

6.) Wie sieht's denn mit Fotos aus?

Wenn irgendwelche Sachen auf die Unvollendetheit zurückzuführen sind und bereits als Plan im Kopf vorliegen, betrachte sie als gegenstandslos...

Viel Spaß noch beim Schaffen und bis Samstag!

Alex
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